30
Jan
2005

Sie wählten die Freiheit

Heute war es endlich soweit. Nach mehr als 50 Jahren, gab es im Irak die ersten demokratischen Wahlen und hervorragende 72% kamen ihrer Pflicht nach und gaben ihre Stimme ab. Das ist weit mehr Wahlbeteiligung, als man seit Jahren aus Deutschland gewohnt ist. Wenn man bedenkt, dass sich die Deutschen schon durch normalen Regen zum Nichtwählen entscheiden, weil sie zu bequem sind durch den Regen zu laufen, so erscheinen die 72% umso erfreulicher, denn die Iraker gingen ein durchaus höheres Risiko ein, als nur nass zu werden.
Interessant ist dabei auch wieder die Berichterstattung in den Medien. Während des ganzen Wahltags werden Horrormeldungen verbreitet, kurz nach Schließung der Wahllokale wird von einer „erfolgreichen Wahl“ und 72% Wahlbeteiligung berichtet und kurz danach werden die Headlines wieder zu Horrormeldungen und kein Wort von der erfreulichen Wahlbeteiligung. Das an diesem Tag 30 Menschen starben ist sehr tragisch, aber es wird noch tragischer, wenn man nicht würdigt, wofür sie gestorben sind.
Und noch was, was sich unsere Medien mal überlegen sollten. Der Irak wird auch morgen noch kein sicheres Land sein und es kann noch viele Jahre dauern, bis der Irak eine Oase von Frieden und Demokratie ist. Doch der Anfang ist gemacht, denn würde Saddam Hussein noch immer an der Macht sein, hätte es heute keine demokratischen Wahlen gegeben und es wären heute auch mindestens 30 Leute gestorben und zwar durch dieselben Verbrecher. Nur in den Medien stände davon nichts.
Den Irakern gebührt großer Respekt für ihren Mut und Einsatz für ihr Land.

Euer Marcus

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